Ausschreibung der Mittagessen an Schulen und Kitas ist gehörig schief gegangen


Hildesheim.
Noch bei den Beratungen im Rat zur Einführung der Entgeltregelung für die Mittagsverpflegung an den städtischen Schulen wurde seitens der Verwaltung versprochen, dass dem Rat ein Konzept und Vorschlag zu den Kriterien der Ausschreibung im 1.Quartal 2026 gemacht werde. Dies ist nicht erfolgt. Bereits im Dezember hatte Ralf Jürgens für die Linke bei den Ausschussberatungen dazu aufgefordert, ein Mittagessenkonzept für Schulen aufzustellen, so wie es das in Hannover gibt. Das ist nicht erfolgt. Nun zeigt sich, dass es ein eklatanter Fehler war, die Konzeption des Schulmittagessens nicht für alle Bürgerinnen und Bürger und Ratsmitglieder nachvollziehbar in öffentlicher Diskussion zu beraten und zu beschließen. Im März sagte der zuständige Dezernent Malte Spitzer im Schulausschuss, „Das Interesse an kleineren Losen in Bezug auf die Nachhaltigkeit, die Warmhaltezeit etc. sei ebenfalls für die Verwaltung wünschenswert.“ (siehe Protokoll). Das sollte regionalen Anbietern bei europaweiter Ausschreibung eher ermöglichen, den Zuschlag zu bekommen. Von der Einbeziehung der Kitas in die gleiche Ausschreibung war in öffentlichen Sitzungen nie die Rede. Eine öffentliche Debatte über das für viele Familien so wichtige Thema wie das Mittagessen wurde nicht geführt. Alles in allem ist es keine sinnvolle Lösung, wenn es dabei bleibt, dass ein Leipziger Lieferant die 2700 Essen täglich liefern soll.
Weder für die hiesige Wirtschaft und Beschäftigten, noch für die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe und Diversifizierung der regionalen landwirtschaftlichen Produktion der Frischeprodukte ist das bisherige Vorgehen sinnvoll. Ökologisch und sozial ist das Ganze nicht. Auch unter den restriktiven Regelungen des europäischen Vergaberechts, wäre es bei diesem 10 Millionen-Auftrag möglich gewesen, eine sozial abgesicherte, nachhaltige und regional sinnvolle Auftragsvergabe zu finden. Wo bleibt eigentlich die wirtschaftspolitische Kompetenz des Hauptverwaltungsbeamten und Oberbürgermeisters Dr. Ingo Meyer und das Fingerspitzengefühl der umtriebigen Hildesheimer Marketinggesellschaft?
Die Möglichkeiten der demokratischen Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler, der Kinder sowie der Eltern bei der Aufstellung der Qualität und Vielfalt der Essenspläne sind völlig unklar. Zu den umweltschädigenden langen Transportwegen kommt der zusätzliche Energieverbrauch für lange Kühlung des Essens vor der Wiedererwärmung in den Mensen. Essensqualität und Pünktlichkeit der Anlieferung an die Mensen dürfte trotz aller Zusicherungen bei dem so hochgelobten System „Cook&Chill“ (Kochen und Kühlen) sprichwörtlich auf der Strecke bleiben.
Enthalten war, wenn man dies richtigerweise als sozialen Wertmaßstab einordnet, ein minimaler Anteil für fairen Handel (fair trade) von 2 % von insgesamt 100 %. Sind lediglich 2 % der verarbeiteten Lebensmittel aus weltweitem Handel?
Was völlig fehlt als Wertmaßstab bei der Ausschreibung ist die hiesige soziale Verträglichkeit. Dazu waren keine Wertigkeitsprozente der Ausschreibung enthalten.
Ob Löhne und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der Leipziger Firma dem Mindestmaß des niedersächsischen Tariftreuegesetzes entsprechen? Sind dort auch Subunternehmer mit schlechten Arbeitsbedingungen tätig?
“Soziale Kriterien sollen auch bei der anstehenden Vergabebewertung durch das Rechnungsprüfungsamt der Stadt berücksichtigt werden. Das Ergebnis einer mangelhaften Ausschreibung darf nicht durchgewunken werden“, fordert Ralf Jürgens.

Quelle des Videos: Deutscher Bundestag

Keine Rüstungsindustrie auf dem Bosch-Gelände – Arbeitsplätze sichern, Frieden statt Waffen

Hildesheim, 4. September 2025

Das Vorhaben, das Bosch-Gelände im Hildesheimer Wald für Unternehmen der Rüstungsindustrie zu öffnen, stößt bei Die Linke Hildesheim auf entschiedene Ablehnung. Schon zu Beginn des Jahres mahnte die Ratsfraktion Die Linke, es dürfe nicht zur erneuten Waffenproduktion in Hildesheim kommen. Nun geht Ministerpräsident Olaf Lies genau in diese Richtung.

„Es ist unerträglich, dass die Existenzsorgen der Bosch-Beschäftigten als Hebel genutzt werden, um Kriegsproduktion in Hildesheim hoffähig zu machen. Wer so argumentiert, betreibt nichts anderes als eine Erpressung der Beschäftigten – Arbeitsplätze gegen Kriegswaffenproduktion“, erklärt Rox Rosa Busch, Mitglied im Kreisvorstand und Geschäftsführung der Ratsfraktion Die Linke.

Erinnerung an Zwangsarbeit: kein Platz für Waffenproduktion in Hildesheim

Gerade in Hildesheim ist die historische Verantwortung unübersehbar: Auf dem Gelände wurden während des Hitlerfaschismus Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zur Waffenproduktion missbraucht. „Niemand darf gezwungen sein, heute für Rüstungsproduktion arbeiten zu müssen – und schon gar nicht in einer Stadt, die so eng mit den Verbrechen von damals verbunden ist. Diese Spirale von Krieg und Aufrüstung darf hier niemals wieder in Gang gesetzt werden“, so Ratsherr Ralf Jürgens.

Zukunftsforum – Runder Tisch kommunale Wirtschaft

Zur Sicherstellung ziviler Produktion fordert Die Linke ein Zukunftsforum. An einem runden Tisch sollen kommunale Verwaltungen und Mandatsträger aller demokratischen Parteien und Wählervereinigungen, Gewerkschaften, Betriebsräte von Bosch und anderen Betrieben und Dienstleistungsunternehmen, tarifgebundene Betriebe, Organisationen der Zivilgesellschaft, Religionsgemeinschaften, Sozialverbände, Arbeitsagentur und Jobcenter einbezogen werden. Bei regelmäßigen Tagungen soll über die kommunale Wirtschaftspolitik und lokale Wirtschaft beraten werden.

Arbeitsplätze sichern – aber zivil, nicht militärisch

Die Zukunft des Bosch-Standorts kann und darf nicht an die Rüstungsindustrie verkauft werden. „Hildesheim braucht sichere, zukunftsorientierte Arbeitsplätze – im Bereich der Elektromobilität, erneuerbarer Energien und ziviler Produktion. Bosch verfügt über enormes Know-how in genau diesen Feldern. Statt den Ausstieg aus der Zivilproduktion zu beschleunigen, muss alles dafür getan werden, diese Kompetenzen zu stärken“, fordert der Kreisvorstand.

Klare Kante gegen Kriegstreiberei und AfD-Nähe

Für Die Linke ist klar: Wer Hildesheim zur Rüstungsstadt machen will, spielt der Kriegstreiberei und rechten Kräften in die Hände. Schon im Stadtrat hat Maik Brückner (MdB, Die Linke) in seiner Abschiedsrede bekräftigt: „Wir brauchen keine Rüstungsproduktion wie jetzt von Millionärsseite gefordert wird – Die Leute wollen eine gute Arbeit, von der man Leben kann, in Frieden.“ Sein Nachfolger Ferry Marquardt schließt daran an: „Wir werden uns im Stadtrat mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Hildesheim nicht zum Standort für Waffenproduktion wird.“

Der Kreisverband Die Linke Hildesheim steht an der Seite der Beschäftigten von Bosch, deswegen heißt es: Kein Arbeitsplatz darf auf Kosten des Friedens entstehen. Keine Entscheidungen über die lokale Wirtschaft ohne die Beschäftigten. Kein Krieg aus Hildesheim! Deshalb fragt die Stadtratsfraktion am Montag, den 08.09.2025 im Stadtrat: „Herr Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, soll Hildesheim weiter als Friedensstadt für sich in der Welt und als Standort ziviler Produktion werben, oder soll Hildesheim schon wieder Rüstungsindustriestandort werden?“

Bosch-Stellenabbau in Hildesheim: Ein Schlag gegen Beschäftigte und die Region Bosch-Stellenabbau in Hildesheim: 

Die Ankündigung von Bosch, 750 Arbeitsplätze in Hildesheim zu streichen, ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten, ihre Familien und die gesamte Region. Als Linke im Stadtrat Hildesheim stehen wir solidarisch an der Seite der Beschäftigten und fordern von Bosch, diese Pläne sofort zu verwerfen.

Dazu erklärt Maik Brückner, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat Hildesheim: „Das ist nicht nur ein Arbeitsplatzabbau, sondern ein massiver Angriff auf die soziale und wirtschaftliche Stabilität unserer Stadt. Bosch trägt eine Verantwortung für die Menschen, die seit Jahren durch ihre Arbeit zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Diese Verantwortung darf nicht durch die kurzfristige Jagd nach Rendite geopfert werden. Wir fordern Bosch auf, Alternativen zum Stellenabbau zu entwickeln und gemeinsam mit Beschäftigten, Betriebsräten und der Stadt an einer Zukunftsperspektive zu arbeiten.“

Ralf Jürgens, Stadtratsmitglied der Linken, ergänzt: „Betriebsrat und IG Metall hatten bereits im Sommer wegen der Senkung Ausbildungsplätze im nächsten Jahr vermutet, dass Bosch massiv Entlassungen plant. Die Transformation vom Verbrenner zur Elektromobilität und KI-Rationalisierung, geht es nach dem Konzern, soll auf dem Rücken der Beschäftigten erfolgen. Die Gewerkschaft kündigt Widerstand an. Das werden wir unterstützen. Das alles wird nicht nur die betroffenen Familien in Existenznöte stürzen, sondern auch Hildesheim als Industriestandort nachhaltig schädigen. Das geht gar nicht. Wir brauchen in unserer Region Zukunft der Jugend, der Beschäftigten mit den Familien und den Kindern.“ 

Forderung nach sozialer Verantwortung und Transparenz

Die Linke im Stadtrat fordert, dass Bosch den Dialog mit den Beschäftigten, den Betriebsräten und der Stadt Hildesheim sucht, um Alternativen zum Stellenabbau zu entwickeln. Es darf nicht sein, dass die Beschäftigten und ihre Familien die Konsequenzen von Entscheidungen tragen, die im Management getroffen wurden.

Auswirkungen auf die Region

Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung hat weitreichende Konsequenzen. Neben den direkten Arbeitsplatzverlusten drohen massive Einbußen für die lokale Wirtschaft, vom Einzelhandel bis hin zu Dienstleistern. „Hildesheim kann sich diesen Kahlschlag nicht leisten. Wir brauchen Industriearbeitsplätze und eine klare Perspektive für die Beschäftigten,“ so Brückner.

Die Linke unterstützt Wiederwahl von Baudezernentin Döring

Nach sorgfältiger Abwägung hat sich die Linksfraktion entschieden, Frau Döring bei ihrer Wiederwahl als Baudezernentin zu unterstützen. Dabei haben wir auch unsere eigenen Erwartungen und Kritikpunkte in den Blick genommen.

Wir sehen in der bisherigen Arbeit von Frau Döring einige positive Ansätze, etwa in der nachhaltigen Stadtentwicklung, sozial vielfältige Stadtteile und in der Verkehrswende. 

Gleichzeitig wünschen wir uns eine Stärkung des bezahlbaren Wohnens und des sozialen Wohnungsbaus. Wir fordern eine Bekämpfung des Wohnungs- und Ladensleerstands sowie gute und kostengünstige Mobilität für alle – einschließlich der Verbesserung des Busverkehrs.

Diese Punkte sind uns wichtig, um die Stadt für alle lebenswerter zu machen.

Unsere Unterstützung basiert auf der Überzeugung, dass Frau Döring mit ihrer Erfahrung und Verlässlichkeit die Herausforderungen im Baudezernat weiterhin kompetent angehen kann. Wir sehen aber auch die Notwendigkeit, gemeinsam an den genannten Themen zu arbeiten, um noch mehr für die Menschen in Hildesheim zu erreichen.

Wir trauern um Ulli Räbiger

Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod unseres Ratskollegen Ulrich (Ulli) Räbiger erfahren. Ulli hat die Hildesheimer Kommunalpolitik über fast drei Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt und stets im Sinne des Gemeinwohls agiert. Für uns als als junge Fraktion war und ist Ulli Räbiger aus dem Stadtrat nicht wegzudenken. 

Sein soziales Engagement ging noch weit über den Stadtrat hinaus und wird nie vergessen werden. Er setzte sich beharrlich für die Anliegen der Bürger*innen ein und bewies in schwierigen Debatten immer eine konstruktive und respektvolle Haltung. 

Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Die Linke im Stadtrat Hildesheim

Maik Brückner, Rox Busch, Ralf Jürgens, Aike Vathauer

Ralf Jürgens rückt in den Stadtrat nach – Aike Vathauer gibt Stadtratsmandat ab

Hildesheim. Aike Vathauer, Mitglied im Stadtrat für Die Linke, gibt zur nächsten Ratssitzung das Ratsmandat ab. Vathauer informierte den Oberbürgermeister bereits über die Entscheidung.

„Ich danke Aike Vathauer für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Aike hat eine Menge wichtiger Projekte im Stadtrat angestoßen und war immer eine verlässliche Stimme für soziale Gerechtigkeit und gegen Diskiminierung. Besonderer Fokus von Aike war die Wohnungspolitik und die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit. Aike wird im Hildesheimer Rat sehr fehlen, aber ich bin sehr froh, über Aikes Ankündigung uns weiterhin beratend zur Seite zu stehen.“, so Maik Brückner, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat.

Vathauer war bei der Kommunalwahl 2021 für Die Linke in den Stadtrat eingezogen und ist die erste offen nichtbinäre Person in der Geschichte des Hildesheimer Stadtrates.

„Meine Kapazitäten sind begrenzt und ich muss aktuell andere Prioritäten setzen. Ich bleibe der Hildesheimer Stadtpolitik erhalten, wenn auch nicht mehr als Ratsmitglied“ so Aike Vathauer.

Als Nachrücker für Vathauer steht der langjährig politisch aktive Gewerkschafter und Bauingenieur Ralf Jürgens bereit. Jürgens ist 68 Jahre alt und trat für den Wahlkreis Hildesheim West an.

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Wir werden uns weiterhin schwerpunktmäßig für bezahlbares Wohnen einsetzen. Dazu möchte ich meine berufliche Erfahrung als Bauingenieur gerne im Aussschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilitäteinbringen. Außerdem müssen die Existenzen der Hildesheimerinnen und Hildesheimer gesichert werden mit guten Arbeitsplätzen – zum Beispiel bei Bosch.“, so das neue Ratsmitglied Ralf Jürgens.

 

Maik Brückner als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat bestätigt

Hildesheim. Die Fraktion Die Linke im Hildesheimer Stadtrat bestätigte auf ihrer Fraktionssitzung Maik Brückner als Fraktionsvorsitzenden. Zudem legte die Fraktion auf ihrer Klausur Schwerpunkte für die zweite Hälfte der Legislatur fest. So will sich Die Linke weiter gegen Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit einsetzen.
„Wir sind das soziale Gewissen im Stadtrat. Wir haben die Menschen im Blick, die zur Miete wohnen und die am Ende des Monats nicht mehr wissen, wie sie ihren Einkauf bezahlen sollen. Auch in Hildesheim steigen die Mieten deutlich stärker als die Löhne. So kann es nicht weitergehen“, so Maik Brückner, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat.
Aike Vathauer, Mitglied der Linksfraktion ergänzt: „Wohnen ist ein Menschenrecht! Housing First umzusetzen wurde beschlossen, das ist ein toller Erfolg. Wir werden Druck machen, dass am Ende auch echtes Housing First dabei rauskommt. Und dafür müssen Betroffenen- und migrantische Perspektiven mit an den Tisch.“
„Während zum Beispiel junge Familien keinen geeigneten Wohnraum finden und es über 500 wohnungslose Menschen gibt in Hildesheim, werden in über 1000 Wohnungen dem Markt entzogen und stehen leer. Das kann man doch keinem mehr erklären! Auch bei der Zweckentfremdungssatzung muss Tempo gemacht werden. Dafür setzen wir uns ein“, so Maik Brückner abschließend.

Containerdörfer sind nicht die Lösung! LINKE im Stadtrat kritisiert verengte Debatte

Die Stadt Hildesheim plant zur Unterbringung von Geflüchteten nun zusätzlich auf Sammelunterkünfte auf Containern zu setzen.
DIE LINKE im Stadtrat fordert die Stadt Hildesheim auf alternative Optionen zu Containerunterkünften ernsthaft voran zu treiben.

„Solange in Hildesheim hunderte leere Wohnungen dem Markt entzogen werden, sollten wir keine Debatte über teure Container-Sammelunterkünfte führen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Maik Brückner. „Ich bin die Ausreden satt! Seit Jahren wird über eine Zweckentfremdungssatzung gesprochen um Leerstände nutzbar zu machen – aber es passieren nur kleine Minimalanreize für Vermieter*innen ihren leerstehenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In der jetzigen Situation Wohnraum leerstehen zu lassen ist zutiefst unmoralisch“, so Brückner weiter.

Aike Vathauer, Mitglied der Linksfraktion dazu: „Wir müssen jetzt endlich alle Instrumente für mehr Wohnraum in Hildesheim in Betracht ziehen. Mit einer Zweckentfremdungsatzung könnte der Druck auf Eigentümer erhöht werden, die über lange Zeit unbegründet Wohnraum dem Markt entziehen. Im Grundgesetz steht „Eigentum verpflichtet.“ Und ja: Im Zweifel sind auch Enteignungen im Sinne des Baugesetzes zu prüfen.“

Zur Nachhaltigen Unterbringung von Geflüchteten und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle war zuletzt im „bundesbaublatt“ zu lesen. Demnach ist es möglich, Gefüchtetenunterkünfte zu bauen, die später als reguläre Sozialwohnungen genutzt werden können.
“Die kommunale Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH) wurde erstmals 2013 von der Stadtverwaltung mit dem Neubau von vier Flüchtlingswohnheimen für je 50 Personen betraut… Bemerkenswert: Die Gebäude werden in konventionellem Mauerwerksbau mit zeitgemäßen energetischen Standards und nach wirtschaftlich sowie ökologisch nachhaltigen Gesichtspunkten geplant und gebaut.“ (Bundesbaublatt, https://www.bundesbaublatt.de/artikel/bbb_Erst_Fluechtlingsunterkunft_dann_Sozialwohnungen-2587965.html ).

Nachhaltige Baupolitik statt Durchwursteln

Hildesheim könnte eine Modellstadt für serielles Bauen von Flüchtlingsunterkünften werden, die später zu Sozialwohnungen umgewidmet werden können. Die Scholz-Ampel sieht im 14-Punkte-Plan das serielle Bauen für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau als einen Schlüssel. Rotgrün in Niedersachsen geht endlich die Gründung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft an, die bezahlbare Wohnungen bauen will. Hildesheim muss sich nun dafür bewerben und mit dem Wohnungsbauprogramm nachhaltige Flüchtlingsunterkünfte als Modellprojekt für serielles Bauen ins Spiel bringen.

Stärkster Mietenanstieg im Landkreis Hildesheim seit 12 Jahren

Hildesheim. Die Mieten im Landkreis Hildesheim sind im Krisenjahr 2022 kräftig erhöht worden und erreichen einen Rekordanstieg von 6,05 Prozent. Das geht aus einer Anfrage des niedersächsischen LINKEN-Bundestagsabgeordneten Victor Perli hervor, der nach der Entwicklung der Erst- und Wiedervermietungsmieten in Niedersachsen fragte. Lag der Quadratmeterpreis für die Kaltmieten in 2021 im Landkreis noch bei 6,94 €/m² stiegen sie 2022 auf 7,36 €/m² an. Am teuersten waren die Angebotsmieten 2022 in den Kreise Harburg und Lüneburg, wo Wohnungssuchende 10,50€/m² bzw. 10,03€/m² für die Kaltmiete aufwenden mussten.

DIE LINKE fordert politische Konsequenzen. „Die drastisch steigenden Wohnkosten sind auch für Menschen mit durchschnittlichen Einkommen eine erhebliche Belastung. Alle bisherigen Versuche den Anstieg der Mieten zu bremsen, sind in fast allen Städten und Kreisen gescheitert. Der Bundestag muss sich endlich trauen, die Mietpreise zu begrenzen. Es ist Aufgabe der Politik bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zu sichern“, sagt LINKEN-Abgeordneter Perli.

Maik Brückner, der für DIE LINKE im Stadtrat Hildesheim sitzt, bereiten die immer weiter steigenden Mietkosten große Sorgen: „Schon in der Vergangenheit mussten Mieterinnen und Mieter einen hohen Anteil ihres Einkommens für die Wohnung ausgeben und dieser steigt weiter stetig an. Zusätzlich werden die Menschen durch die hohe Inflation belastet. Für viele Menschen in unserem Landkreis ist es eine große Herausforderung, überhaupt eine bezahlbare Wohnung zu finden. Das Land und die Kommunen müssen in sozialen und öffentlichen Wohnungsbau investieren.“

Foto von Aike Vathauer und Maik Brückner. Im Hintergrund Wörter eingeblendet für die DIE Linke im Stadtrat steht. Gut lesbar ist zum Beispiel: Gerechtigkeit, Solidarität, Wohnen, Sozial

Stadt Hildesheim beginnt Einstieg in Housing First – Links wirkt!

Am 19. Dezember beschloss der Hildesheimer Stadtrat den Haushalt für das Jahr 2023. DIE LINKE im Stadtrat konnte Verbesserungen für die Hildesheimer durchsetzen. So macht sich die Stadt Hildesheim auf den Weg Housing First umzusetzen, ein Konzept welches Wohnungslosen Wohnungen zur Verfügung stellt, ohne dass diese an Bedingungen geknüpft sind. In Hildesheim leben rund 150 Menschen auf der Straße, rund 500 haben keinen eigenen Wohnsitz. „Jeden kann es treffen – Wohnungslosigkeit betrifft alle gesellschaftlichen Schichten.“ heißt es in dem Antrag von DIE LINKE mit SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die PARTEI. Bis Juni 2023 soll die Verwaltung ein Konzept und Finanzfolgen für den Haushalt 2024 Vorlegen.

„Für uns ist klar: Wohnen ist Menschenrecht. Wir wollen den Teufelskreis durchbrechen: Wer keine Wohnung hat findet keinen Job und wer keinen Job hat findet keine Wohnung“, so Fraktionsvorsitzender Maik Brückner.

„Jetzt ist die Zeit endlich die Wohnungsnot in Hildesheim in den Griff zu kriegen. Während die einen nicht wissen wie sie eine bezahlbare Wohnung finden, bauen sich andere ihre Villa in die Stadt. So kann es nicht weitergehen“, ergänzt Aike Vathauer.

Für eine Stadt ohne Diskriminierung und dabei noch finanziellen Gewinn verbuchen

In weiteren Anträgen von Die LINKE soll durch neue Stellen die Verwaltung entlastet und Gleichzeitig bessere Bedingungen für Wohnungslose und Migrant*innen, geschaffen werden.

Außerdem wird eine Steigerung der Ausschüttung der Sparkasse Hildesheim an den kommunalen Träger in Höhe von 400.000€ erwartet. Damit lassen sich alle Anträge von Die Linke finanzieren.