Ein gutes Leben für alle!

Wir meinen, dass gute Lebensqualität für alle nur mit Daseinsvorsorge in öffentlicher Verantwortung erreichbar ist. Ein gutes Miteinander als Menschen und verantwortlicher Umgang mit der Natur sind unsere Ziele. Letztlich geht es dabei um den sozialen und ökologischen Umbau der Gesellschaft. Deshalb vergessen wir beim Einsatz für Verbesserungen im Einzelnen nie die Möglichkeit eines guten Lebens in einer gerechten Welt. Der Kapitalismus darf nicht das Ende der menschlichen Geschichte sein. Um die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger befriedigen zu können, bedarf es auf kommunaler Ebene der Herstellung von Handlungsfähigkeit, also einer besseren Finanzausstattung der Kommunen. Weder sollen die Gebühren für Bürgerinnen und Bürger erhöht, noch die kommunalen Leistungen abgebaut werden. Statt Sparzwängen und Anbetung der „Schwarzen Null“ müssen Investitionen angegangen werden.

Demokratie: Wem gehört die Stadt?

Wir möchten, dass die Menschen ihr Lebensumfeld mitgestalten. Wir wollen, dass ihre Vorschläge ernst genommen werden. Wir schlagen vor, die Möglichkeiten der direkten Demokratie, wie z.B. kommunale Bürgerhaushalte, weiter auszubauen. Wir fordern freien Zugang zu Bildung und Information (Einrichtungen wie z.B. Volkshochschulen, Büchereien, Internet). Eine Selbstverständlichkeit ist es für uns, dass wir antifaschistische Initiativen und demokratische Bürgerbewegungen unterstützen.

Soziale Gerechtigkeit

Wir unterstützen die Auseinandersetzungen um bessere Arbeitsbedingungen. Stromsperrungen bei Hartz IV-Betroffenen lehnen wir ab. Die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben für ALLE muss gewährleistet sein. Wir wollen den Personalmangel im öffentlichen Dienst beseitigen. Wir wollen die Verwaltung und öffentliche Unternehmen zu vorbildlichen Arbeitgebern machen. Deshalb wollen wir Leiharbeit und prekäre Beschäftigung im öffentlichen Bereich abschaffen und deutlich machen: Gute Arbeit ist möglich und nötig. Alle müssen von ihrer Arbeit leben können.

Geflüchtete Willkommen

Wir unterstützen es, dass Geflüchtete weiterhin in Wohnungen untergebracht werden und nicht in zentralen Sammelunterkünften. Vorübergehend benötigte Sammelunterkünfte gehören nicht in private Hände. Geflüchtete sollten ihren Wohnort möglichst selbst bestimmen können. Wir fordern einen gleichberechtigten Zugang zu Kitaplätzen, Bildungsangeboten und medizinischer Versorgung. Die Unterstützung der Geflüchteten ist eine kommunale Aufgabe.

Global denken – lokal handeln

Wir bräuchten zweieinhalb Planeten, um uns unseren Lebensstil leisten zu können. Deshalb sind wir wachstumskritisch. Wir treten ein für eine ökologische Wende, insbesondere eine biologische Landwirtschaft und lokale Vermarktung (z.B. HI-Land). Den Einsatz von Glyphosat lehnen wir ab. Der Umgang mit Grünanlagen muss transparenter und im Dialog mit der Bevölkerung durchgeführt werden. Die Gefahren der Atomenergie betreffen uns alle. Atomkraftwerke (AKW wie Grohnde) und Atommülllager (Asse, Schacht Konrad) gehen uns auch an. Wir fordern die sofortige Stilllegung der AKW‘s, aktive Mitarbeit der Bevölkerung und Hildesheims an Sicherheitskonzepten und die Herstellung von Transparenz der betreffenden Planungen.

Gesundheit / Pflege / Senioren

Alle Krankenhäuser sollten in öffentlicher Hand sein. Ehemaliges Gemeineigentum muss rekommunalisiert werden. Wir unterstützen alle Bemühungen um Verbesserungen der Qualität des Gesundheitswesens und der Pflege, wie die regelmäßigen Aktionen der Gruppe „Pflege am Boden“. Den Senioren und Seniorinnen droht nicht nur Altersarmut, sondern eine unzureichende Pflege. Inklusion und Barrierefreiheit sind für uns unverzichtbare Ziele. Wir fordern eine Entkriminalisierung von Cannabis in Niedersachsen.

Bildung / Erziehung / Jugend

Bei den Schulen achten wir besonders auf die Erziehung zum gewaltfreien Umgang mit Konflikten, auf die Durchführung des Ganztagsangebots und die Ernährung. Wir fordern gesundes und kostenfreies Essen aus schuleigenen Küchen.

Mobilität in Stadt und Land

Wir setzen uns für gute und günstige Busverbindungen ein. Ziel soll ein fahrscheinloser Betrieb sein. Die Stadt ist in erster Linie für Fußgänger und Radfahrer da. Wir fordern eine fahrradfreundliche Stadt. Dörfer und Ortsteile müssen mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausreichend versorgt werden und dürfen nicht „abgehängt“ werden. Stadtbusse und Regionalverkehr gehören in kommunales gemeinschaftliches Eigentum. Sie dürfen nicht zum Profit machen dienen. Wir fordern einen klimaneutralen ÖPNV durch Nutzung regenerativer Energien. Förderung der Elektromobilität ist für uns ein wichtiges Thema der nahen Zukunft.

Frauen*

Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen. Sie sind besonders gefährdet im Alter in Armut zu leben. Wir kämpfen für eine gerechte Verteilung der Arbeit – der bezahlten Lohnarbeit genau so wie der unbezahlten häuslichen Arbeit. Beratungsstellen, Frauen- und Mädchen-Initiativen sind unverzichtbar und von allen Sparmaßnahmen auszuschließen. Gewalt gegen Frauen stoppen! Keine Mittelkürzungen für Frauenhäuser.

Sozialer Wohnungsbau

Wohnen ist ein Menschenrecht. Die Stadt Hildesheim muss ausreichend bezahlbaren Wohnraum in der ganzen Stadt bereitstellen und nicht nur in bestimmten Vierteln.